12.10.2026 - 07:43
Interview zur Stabilisierung und Weiterentwicklung von Baustoff- und Baumarktunternehmen mit unserem Coach Wolfgang Colloseus
Was möchten Sie Unternehmen in der Baustoff- und Baumarktbranche mit auf den Weg geben?
Wolfgang Colloseus: Ich möchte die wesentlichen Herausforderungen benennen und mögliche Ansatzpunkte für eine nachhaltige Stabilisierung und Weiterentwicklung des Unternehmens aufzeigen. Die Sorgen, die mir dabei geschildert werden, begegnen mir derzeit bei vielen meiner Kunden in der Baustoff- und Baumarktbranche im gesamten Bundesgebiet.
Wie würden Sie die aktuelle Marktsituation beschreiben?
Wolfgang Colloseus: Die Baustoff- und Baumarktbranche bewegt sich in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Verändertes Kaufverhalten, steigende Kosten, hoher Wettbewerbsdruck, unterschiedliche Sortimentsentwicklungen, eine schwankende Baukonjunktur sowie wachsende Anforderungen an Service, Beratung und digitale Sichtbarkeit beeinflussen Umsatz, Kundenfrequenz und Ertragslage unmittelbar. In meiner Arbeit begleite ich als Berater Geschäftsführungen, Inhaber, Vorstände und Aufsichtsräte dabei, diese Herausforderungen systematisch zu bewerten und wirksame Maßnahmen abzuleiten.
Wie gehen Sie dabei konkret vor?
Wolfgang Colloseus: Gemeinsam betrachten wir die aktuelle Situation des Unternehmens mit Blick auf Erhalt, Stabilisierung und Zukunftssicherung. Wir analysieren, welche Faktoren das Geschäft derzeit besonders beeinflussen, wo konkrete Risiken und Entwicklungsbedarfe liegen und auf welchen Stärken, Ressourcen und bewährten Ansätzen wir aufbauen können. Die Erfahrungen der Leistungsträger beziehen wir von Beginn an ein. So werden blinde Flecken sichtbar, die Akzeptanz für notwendige Veränderungen steigt und die Beteiligten können als Multiplikatoren aktiv zu einer erfolgreichen Umsetzung beitragen.
Welche Maßnahmen haben aus Ihrer Sicht eine besonders hohe Hebelwirkung /Beispiele?
Wolfgang Colloseus: Ein wichtiger Ansatz ist der Akquisitionsprozess im Großhandel. Neue Kundengruppen sollten systematisch erschlossen und die Schnittstelle zum Einzelhandel gezielt genutzt werden. Ebenso gilt es, die Wareneinsatzquote im Groß- und Einzelhandel zu senken, ohne Umsatzpotenziale zu beeinträchtigen.
Welche Rolle spielen Preispositionierung und die Zusammenarbeit zwischen Groß- und Einzelhandel?
Wolfgang Colloseus: Beim Preisspiegel geht es darum, die Preispositionierung im Einzelhandel zu optimieren und dabei das bestehende Preisimage zu berücksichtigen oder gezielt zu verbessern. Gleichzeitig braucht es einen Paradigmenwechsel: Groß- und Einzelhandel müssen neu gedacht und die gemeinsame Grundhaltung aller Beteiligten weiterentwickelt werden. Im Mittelpunkt steht nicht mehr allein das Ein- und Verkaufen von Waren, sondern die Rolle als Problemlöser mit einer konsequent kundenorientierten Serviceausprägung. Dieser Wandel entsteht durch viele aufeinander abgestimmte Verbesserungen im Tagesgeschäft.
Wie verändert sich vor diesem Hintergrund das Marketing?
Wolfgang Colloseus: Die Kommunikation muss sich für veränderte Kundenerwartungen öffnen, von der Printwerbung bis zur kontinuierlichen Ansprache außerhalb des Marktes. Es reicht nicht mehr aus, Ware bereitzustellen und auf Kundenfrequenz zu warten. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, Zielgruppen relevanter, persönlicher und zum passenden Zeitpunkt zu erreichen.
Wolfgang Colloseus: Darüber hinaus stehen weitere, aus langjähriger Erfahrung entwickelte Ansätze zur Verfügung. Eine vollständige Darstellung würde den Rahmen dieses Interviews sprengen.
Vielen Dank!